M

Madeira
Geschützte Bezeichnung für einen Wein von der zu Portugal zählenden Insel Madeira. Es handelt sich hierbei um einen aufgespriteten, d. h. mit Weinbrand angereicherten Wein. Der Alkoholgehalt liegt je nach Sorte zwischen 17 und 22 % Vol.  Madeira ist ein teiloxidierter Wein. Nach den Regeln des Instituto Do Vinho Da Madeira (Weininstitut von Madeira) gelten folgende vier Rebsorten als „edel“, die gleichzeitig jede für einen bestimmten Stil stehen:
- Sercial – säurebetont und trocken
- Verdelho od. Gouveio – halbtrocken
- Bual – halbsüß
- Malmsey – süß und üppig

 

Maderisiert
Bedeutet in der Weinsensorik überaltert. Steht für Weine die einen mehr oder weniger intensiven Braunton aufweisen und geschmacklich ihren Höhepunkt weit überschritten haben. Vergleichbar mit dem gewollten Oxidationston beim Madeirawein.

 

Magnum
Ist eine Flaschengröße mit 1,5 Liter Inhalt.

 

Maische
Die Masse der gerebelten und gequetschten Trauben vor dem Keltern.

 

Maischegärung
Methode der Gärführung beim Rotwein, bei der die Gärung des Mostes auf der Maische in Kontakt mit den Beerenschalen stattfindet. Dabei kommt es zur Auslaugung von Farbstoffen und Tannin.

 

Málaga
Der Málaga-Wein ist ein süßlicher Likörwein, der in der Provinz Málaga (Spanien) hergestellt wird. Zur Herstellung werden ausschließlich die (meist in der Sonne getrockneten) weißen Trauben der Rebsorten Muskateller und Pedro Ximénez verwendet. Wie auch beim Sherry werden verschiedene Jahrgänge miteinander verschnitten. Heutzutage erfolgt der Abbruch der Gärung mit Zugabe von Weingeist (gespritet) und erinnert an die Erzeugung von Portwein.

 

Malolaktische Gärung
Der biologische Säureabbau wird auch zweite Gärung oder malolaktische Gärung genannt. Darunter versteht man den Abbau bzw. die Umwandlung der Äpfelsäure zu Milchsäure und Kohlendioxid (CO²).
Verantwortlich für diesen Prozess sind bestimmte Bakterien. Die Weine werden in der Regel weicher, runder, fülliger. Für junge, fruchtige, pikante Weißweine ist der biologische Säureabbau unerwünscht.

 

Manzanilla
Spanische Bezeichnung für eine der vier Sherryarten (Amontillado, Fino und Oloroso). Eigentlich eine Unterart des Finos und wird ausschließlich im südwestspanischen Sanlúcar de Barrameda aus Mosten der Palomino Fino Rebe gekeltert.

 

Marsala
Sizilianischer Likörwein, dessen Gärung durch Alkohol unterbrochen wurde. Vergleichbar mit Madeira oder Portwein. In der Regel hat der Wein 15 % bis 20 % Vol. Alkohol (17–20 % für Qualitätsweine), ist goldfarben (Oro) bis bernsteinfarbig (Ambra) und wird in den Variationen „secco“, „abboccato“ oder „dolce“ ausgebaut.

 

Mazeration
Um Farbe und Gerbstoffe aus den Schalen der blauen Trauben auszulaugen, ist, je nach Weintyp, Jahrgang und Sorte, eine Maischestandzeit von einigen Tagen bis zu mehreren Wochen erforderlich.

 

Meio Seco (port.)
halbtrocken.

 

Mengenbeschränkung
Gültig für die Qualitätsstufen Landwein, Qualitätswein und Prädikatswein, sowie für Wein (ohne Herkunft) mit Angabe von Sorte und/oder Jahrgang. Für diese sind per Gesetz in Österreich pro Hektar folgende Höchstertragsmengen festgelegt: 9.000 kg Trauben oder 6.750 Liter Wein.

 

Méthode champenoise (frz.)
Methode der Champagnerherstellung, auch traditionelle Flaschengärung genannt.

 

Methusalem
Ist eine Flaschengröße mit 6 Liter Inhalt.

 

Methylalkohol
Eher unerwünschter, giftiger Alkohol, der nur in ganz geringen Mengen im Wein vorkommt.

 

Milchsäure
Während der malolaktischen Gärung entsteht aus der aggressiveren Äpfelsäure die milder schmeckende Milchsäure.

 

Mineralik
Geschmacksfaktor, der einen bestimmten Bodentyp widerspiegelt, der ein nicht einfach zu fassender und nachvollziehbarer Begriff ist.

 

Millésime (frz.)
Jahrgang.

 

Mis en bouteilles (frz.)
Übersetzt in Flaschen abgefüllt. Mis en bouteilles au château oder au domaine bedeutet Erzeugerabfüllung.

 

Mistela
Als Mistela wird im Katalanischen ein Likörwein bezeichnet. Er ist im Nordosten Spaniens und im Süden Frankreichs verbreitet. Er wird erzeugt, indem der Gärungsprozess durch Zusatz von Alkohol gestoppt  wird. Der Restzucker kann so nicht vergoren werden, der Wein ist deshalb sehr süß und kann einen hohen Alkoholgehalt erreichen (wie Portwein, Sherry, Marsala, Madeira).

 

Moelleux (frz.)
Bezeichnung für lieblich. Weine mit einer Restsüße von 30 bis 40 g/l.

 

Moscato d'Asti
Moscati d'Asti ist ein italienischer süßer Weißwein aus dem Piemont. Moscato d'Asti wird nur aus der Rebsorte Moscato Bianco hergestellt und hat den Status einer DOCG. Der Wein dient auch als Grundlage des Schaumweins Asti Spumante.

 

Most
Frisch abgepresster Saft von Weintrauben für die Weinbereitung.

 

Mostgewicht
Ist das spezifische Gewicht von Traubenmost und ist abhängig hauptsächlich vom Zuckergehalt und im geringen Ausmaß vom Extrakt. In Österreich wird das Mostgewicht in ° KMW gemessen, in Deutschland in Oechsle (°Oe), in Italien in Babo, in Frankreich in Baumé und in Amerika: in Brix.

 

Mostwäger
Der Mostwäger ist ein amtliches Hilfsorgan der Bundeskellereiinspektion zur Kontrolle während der Traubenlese, speziell beim Prädikatswein.

 

Moussieren
Schäumen mit  spürbarem Kohlensäuregehalt.

 

Muscat de Beaumes-de-Venise
Ist ein französischer Süßwein, der zur Familie der Vin Doux Naturel gehört. Das Anbaugebiet AOC Muscat de Beaumes-de-Venise liegt innerhalb der Herkunftsbezeichnung Rhône für das ausschließlich die Muskateller-Rebsorte Muscat blanc à petits grains zugelassen ist.

 

Muscat de Frontignan
Muscat de Frontignan ist ein französischer Süßwein des Languedoc, der zur Familie der Vin Doux Naturel gehört. Für das Anbaugebiet AOC Muscat de Frontignan ist ausschließlich die Muskateller-Rebsorte Muscat blanc à petits grains zugelassen.

 

Muskatton
Spezifische Aromanote bei diversen Muskat-Sorten.

 

Mutation
Ist eine Veränderung in der Erbsubstanz von Reben. Natürliche Entstehung wie z.B. in der Burgunder-Familie, aber in der Rebzüchtung können auch bewusst herbeigeführte Mutationen entstehen.

 

N

 

Nachgärung
Bei mangelnder Sterilität kann es bei Weinen mit Restsüße zu einer unerwünschten Nachgärung in der Flasche kommen. Optisch ist dies an den Schlieren in der Flasche zu erkennen und beim Verkosten ist untypische Kohlensäure festzustellen.

 

Nachhall
Nachhall ist der letzte Geschmackseindruck eines Weines, auch Abgang genannt.

 

Nase
Im Weinjargon auch für Geruch. Wahrnehmung von positiven, angenehmen Geruchskomponenten, die von der Traubenfrucht herrühren.

 

Naturhefe
Sind natürlich existierende Hefen, die auch auf den Beeren vorhanden sind. Werden zur Gärung nur diese Naturhefen (und keine Reinzuchthefen) eingesetzt, spricht man von Spontangärung.

 

Nebukadnezar
Ist eine Flaschengröße mit 15 Liter Inhalt.

 

Négociant (frz.)
Weinhändler, der sowohl zugekauften Wein selbst abfüllt und vertreibt als auch Flaschenweine kauft und damit handelt.

 

Nervig
Bezeichnend für einen Wein mit lebendiger, spannender Säurepikanz und Extrakt, ohne aber spitz oder hart zu wirken.

 

Neue Welt
Im Gegensatz zur Alten Welt versteht man unter Neue Welt die ehemaligen Kolonien, wie z.B. Nordamerika (USA und Canada), Südamerika (speziell Argentinien und Chile), Südafrika, Australien und Neuseeland.

 

O

 

Oechsle
Öchsle ist eine in Deutschland, Luxemburg und der Schweiz gebräuchliche Maßeinheit für das Mostgewicht. Es zeigt an, um wie viel ein Liter Most schwerer ist als 1 L Wasser. Nach einer Faustregel kann der Zucker-, bzw. Alkoholgehalt prognostiziert werden: Öchslegrad dividiert durch 5 ergibt den Zuckergehalt in Prozent. Davon ergeben wiederum 2/3 den Alkoholgehalt.

 

Oidium
Oidium oder auch Echter Mehltau ist eine Pilzkrankheit bei Weinreben. Der Echte Mehltaupilz ist weltweit in allen wichtigen Weinanbaugebieten verbreitet und kann bei unzureichendem Pflanzenschutz hohe wirtschaftliche Schäden (Ernteverluste, schlechte Weinqualität) verursachen. Befallene Beeren im Lesegut können negative Geruchs- und Geschmacksnoten im Wein hervorrufen (Mäuseln, Schimmelton, muffiger Ton). Der Befall ist gekennzeichnet durch ein weißgraues, spinnwebenartiges Geflecht auf den grünen Pflanzenteilen der Rebe.

 

Oloroso
Spanische Bezeichnung für eine der vier Sherryarten (Amontillado, Manzanilla, und Fino). Ein Oloroso entsteht ohne Florschicht unter oxidativem Einfluss. Vom Aroma her ist ein Oloroso dunkler und kräftiger als ein Fino oder Amontillado. Grundsätzlich ist er trocken, bernstein- bis mahagonifarben mit einem duftigen Nussaroma (oloroso = duftend). Der Alkoholgehalt eines Oloroso beträgt zwischen 17 bis 20 % Vol.

 

Önologie
Die Wissenschaft des Weines. Kommt vom griechischen oinos (Wein) und logos (Wissenschaft).

 

Onomasia Proléfseos Elenchoméni, OPE
Qualitätsbezeichnung für griechische Weine von höherer Qualität aus einem kontrolliertem Anbaugebiet, die ausschließlich für Süßweine gilt. Die Weine haben eine blaue Banderole, die über den Korken unter die Kapsel geklebt sein muss.

 

Onomasia Proléfseos Anoteras Piótitos, OPAP
Qualitätsbezeichnung für griechische Weine von höherer Qualität aus einem kontrolliertem Anbaugebiet. Die Weine haben eine rote Banderole am Korken.

 

Oxidation
Ist die Reaktion von Most- oder Weininhaltsstoffen mit Sauerstoff.

 

Oxidativer Ausbau
Im Unterschied zum reduktiven Ausbau erhalten Weine durch (gewollten) Luftkontakt einen oxidativen, sherryartigen Charakter.

 

P

 

Passito
Passito ist die italienische Bezeichnung für Weine, die aus luft- oder sonnengetrockneten, nahezu rosinierten Trauben hergestellt werden. Ein Passito gehört zur Gruppe der Strohweine.

 

Pendelbogen
Auch Halbbogen. Reberziehungsart, bei der die Fruchtrute nach unten gebogen und gebunden wird. Erlaubt eine höhere Dichte an Rebstöcken.

 

Perlage
Nennt man das Entweichen von Kohlensäurebläschen beim Schaumwein.

 

Peronospora
Peronospora oder auch Falscher Mehltau ist eine von einem Pilz verursachte Pflanzenkrankheit bei Weinreben. Im Weinbau hat er eine besondere wirtschaftliche Bedeutung, da er erhebliche Schäden verursachen kann. Gegen Falschen Mehltau werden im Weinbau kupferhaltige Zubereitungen eingesetzt und sind im ökologischen Weinbau zugelassene und effizient wirkende Pflanzenschutzmittel.

 

Petrolton
Aroma von gereiften Weißweinen, deren Geruch an Kerosin, Teer und Kaffee erinnert. Diese Geruchskomponente tritt vor allem bei älteren Rieslingen auf.

 

Pfahlerziehung
Erziehungsform, bei der Weinstock an einem Pfahl steht und die Fruchtruten bogen- oder herzförmig gebunden werden.  Sie erfordert sehr viel Laubarbeit, behindert aber die Mechanisierung. Sie ist heute fast nur noch am Steilhang üblich.

 

Pfefferl
Pfefferl ist eine österreichische Bezeichnung für pfeffriges Aroma beim Wein. Diese Aromaeigenschaft ist typisch für den Grünen Veltliner aus dem Weinviertel.

 

Pfropfrebe
Rebstock, der aus zwei verschiedenen Rebsorten entstanden ist. Auf die reblausresistente Unterlagsrebe (meist amerikanischen Ursprungs) wird ein Edelreis (europäische Qualitätsrebsorte) aufgepfropft. Anschließend wird die junge Pflanze im Treibhaus vorgetrieben.

 

Phenole
Sind eine große, wichtige Gruppe reaktionsfreudiger chemischer bzw. organischer Verbindungen. Phenole sind in den Schalen, Kernen und Stielen der (blauen) Weintrauben enthalten. Phenole umfassen die Anthozyane (Farbpigmente), Flavonoide (Farb- und Geschmacksstoffe) und Tannine (Gerbstoffe).

 

Physiologische Reife
Nennt man das Stadium der Vollreife, wo auch die optimale Aromabildung abgeschlossen ist.

 

Picolit
Picolit ist ein exzellenter italienischer Dessertwein, der in der DOCG Colli Orientali del Friuli-Picolit hergestellt wird. Der Alkoholgehalt eines Picolit liegt zwischen 12 und 15% Vol, der Restzuckergehalt bei etwas mehr als 100 g/Liter.

 

Pineau des Charentes
Pineau des Charentes ist ein Likörwein aus Westfrankreich. Er wird aus den Rebsorten Ugni Blanc (Trebbiano), Folle Blanche und Colombard hergestellt. Die Mischung aus Most und Eau de vie de Cognac wird mindestens 18 Monate in Eichenfässern gelagert. Bessere Pineaus werden fünf Jahre und länger im Fass gelagert, manchmal mehrere Jahrzehnte lang. Pineau schmeckt süß und hat zwischen 16 und 22 % Vol. Alkoholgehalt. Es gibt auch eine rote Variante des Pineau der aus den Rebsorten Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon und Merlot hergestellt, wird und mindestens 14 Monate im Eichenfass reift.  Er hat ebenfalls 16 bis 22 % Vol. Alkoholgehalt.

 

Portwein
Weltberühmter portugiesischer Süß- oder Dessertwein. Gemäß den Kriterien des Portweininstitutes (Instituto do Vinho do Porto) dürfen die Trauben nur von Reben in einem genau umgrenzten Gebiet  im nordportugiesischen Douro-Tal geerntet werden. Die Gärung des Weins (ca. verschiedene Rebsorten sind für die Herstellung zugelassen) wird durch Zugabe von hochprozentigem Weinbrand unterbrochen (aufspriten), um eine natürliche Restsüße zu sichern. Unterschiedliche Ausbau- und Lagerungsverfahren ergeben die verschiedenen Portweinstufen:
- Ruby Port
- Tawny Port
- Late Bottled Vintage Port
- Colheita Port
- Vintage Port (höchste Stufe)

 

Prädikatswein
Ist eine Weinkategorie im österreichischen Weingesetz. Die Trauben müssen besonderen Anforderungen entsprechen und sind nach dem Mostgewicht aufgebaut:
- Spätlese (mindestens 19° KMW)
- Auslese (mindestens 21° KMW)
- Strohwein, Eiswein, Beerenauslese (mindestens 25° KMW)
- Ausbruch (mindestens 27° KMW)
- Trockenbeerenauslese (mindestens 30° KMW)
Die Restsüße von Prädikatsweinen darf ausschließlich durch Gärungsstillstand oder durch Gärungsunterbrechung, nicht jedoch durch Süßreserve, erlangt werden.

 

Prämierungen
Sind offizielle Bewertungen von Weinen im Rahmen von Weinwettbewerben. In Österreich ist es in erster Linie der SALON Österreich Wein, der hauptsächlich aus den Landesweinverkostungen die Teilnehmer ermittelt. Die Austrian Wine Challenge (AWC) ist mit über 10.000 Einreichungen der erfolgreichste Weinwettbewerb der Welt.

 

Premier Cru (frz.)
Bedeutet übersetzt Erstes Gewächs und bezeichnet eine Qualitätsklasse von Appellationen (ein in den Grenzen genau definiertes Weinbaugebiet) der Weinbauregion Burgund.

 

Pressen
Verfahren, um durch Druckausübung den Most aus eingemaischten Trauben von den festen Bestandteilen der Weintrauben zu trennen. Wir im so genannten Presshaus durchgeführt.

 

Primeur
Ist die Bezeichnung für den neuen bzw. ersten Wein eines Jahrgangs, der schon im Herbst auf den Markt kommt.

 

Prosecco
Der Prosecco ist ein italienischer Schaumwein, der seit Mitte des 19. Jahrhunderts in der Region Venetien, genauer gesagt rund um die Orte Conegliano und Valdobbiadene, erzeugt wird. Prosecco als Schaumwein gibt es in halbtrockenen und trockenen Versionen.

 

Q

 

Qualitätswein
Qualitätswein ist eine streng geregelte österreichische Weinkategorie, die laut Weingesetz folgende Kriterien erfüllen muss:
- die Trauben müssen aus einem Weinbaugebiet stammen
- das Mostgewicht muss mindestens 15° KMW betragen
- der Hektarhöchstertrag ist mit 9.000 kg bzw. 6.750 Liter Wein limitiert
- der Alkoholgehalt muss mindestens 9% Vol. betragen
- Qualitätswein muss chemisch-analytisch untersucht und durch eine Kostkommission sensorisch geprüft sein
Erkennbar ist österreichischer Qualitätswein an der rot-weiß-roten Banderole und an der staatlichen Prüfnummer am Etikett.

 

Quinta (port.)
Land-, bzw. Weingut.

 

R

 

Rancio
Mit dem Begriff Rancio werden in der Weinsprache Weine belegt, die aus heißen Weinbaugebieten stammen und die absichtlich einem oxidativen Ausbau bei gleichzeitiger Hitzeeinwirkung unterzogen wurden z.B. Banyuls, Rivesaltes, Maury und Rasteau.

 

Rebe
Die Rebe besteht aus dem oberirdischen Edelreis (europäische Qualitätssorte) und der Unterlagsrebe. Nur das einjährige Holz trägt Trauben. Besonders begehrt sind alte Reben, die wenig Ertrag aber hohe Qualität garantieren.

 

Reblaus
Eingeschleppter Schädling aus Nordamerika, der sich von den Wurzeln aber auch von den Blättern der Weinrebe ernährt. Durch das Anbohren der Wurzeln von europäischen Edelreben kommt es zum Absterben des Weinstocks. Erst die Idee, europäische Edelreiser auf amerikanischen Unterlagsrebstöcken, die immun gegen die Reblaus waren, aufzupfropfen, konnte den Weinbau retten.

 

Rebschnitt
Winterarbeit an den Rebstöcken: Im Januar und Februar werden Triebe abgeschnitten, um dafür zu sorgen, dass das Wachstum der Rebe und der Traubenertrag optimiert werden. Je nach Schnittform spricht man vom Zapfen (2 – 3 Augen), Strecker (4 – 5 Augen), Rute (6 – 8 Augen) oder Bogen (über 8 Augen).

 

Rebsortenkunde
Ist die Lehre von den Rebsorten (Ampelographie).

 

Recioto
Italienischer Strohwein (Passito-Wein) aus Venetien.

 

Reduktiver Ausbau
Ausbau eines Weines (meist im Stahltank) ohne oder mit wenig Sauerstoffkontakt.

 

Refraktometer
Lichtbrechungsinstrument zur Bestimmung des Zuckergehaltes im Most und in der Beere (Reifegrad).

 

Reinzuchthefe
Gezielt gezüchtete Hefekulturen, die im Most die Spontanhefen ersetzen, bzw. verdrängen. Reinzuchthefen in Form von Trockenhefen erlauben ein rasches Angären des Mostes, womit das Risiko hefebedingter Weinfehler minimiert wird.

 

Reserva
In Spanien regional unterschiedlich geschützte Bezeichnung für Wein, der mindestens drei Jahre gelagert wurde, davon ein Jahr im Holzfass (bei Rotwein). Für Weiß- und Roséwein beträgt die Mindestlagerungszeit nur zwei Jahre (sechs Monate im Fass).

 

Reserve
Ist eine österreichische Qualitätsstufe, die im österreichischen Weingesetz verankert ist. Folgende Bedingungen sind einzuhalten:
- Qualitätswein mit Jahresangabe
- vorhandener Alkohol mindestens 13% vol
- sortentypisch, herkunftstypisch, aus empfohlenen Rebsorten
- spätere Einreichung zur staatlichen Prüfnummer und spätere Vermarktung

 

Restzuckergehalt
Restsüße ist nicht zu Alkohol vergorener Zucker der Trauben bzw. des Mostes; durch natürlichen oder absichtlich herbeigeführten Gärstopp. Der Restzuckergehalt muss bei allen österreichischen Weinen am Etikett angegeben sein:
- trocken (säureabhängig) bis 9 g/l
- halbtrocken (säureabhängig) bis 18 g/l
- lieblich bis 45 g/l
- süß ab 45 g/l

 

Riede
Österreichische Bezeichnung für Lage.

 

Ripasso
Ripasso (wörtlich übersetzt „erneuter Durchgang“) ist eine Weinart des Valpolicella aus dem Veneto (Italien). Hierfür werden die im zum Valpolicella verschnittenen Rebsorten Rondinella, Corvina Veronese, Corvinone Veronese und Molinara noch ein zweites Mal auf dem Trester des Amarone (Weinart des Valpolicella, der aus getrockneten Trauben hergestellt wird) vergoren. Hierdurch nimmt er den typischen, etwas rosinenartigen Geschmack des Amarone an, ist aber deutlich leichter und auch preiswerter.

 

Riserva (it.)
Bezeichnet Weine, die länger in Fässern und/oder Flaschen gelagert werden, und unterliegt schärferen, gesetzlichen Vorschriften. Hochwertiger Wein.

 

Rivesaltes
AOC-Appellation und gleichnamiger, gespriteter Süßwein aus der Region Languedoc-Roussillon im Südwesten Frankreichs. Je nach Ausbauart werden vier Grundtypen unterschieden:
- Grenats reduktiv ausgebaute junge Rotweine,
- Ambrés oxidativ ausgebaute Weißweine,
- Tuilés (oxidativ ausgebaute Rotweine) und
- Hors d’âge (5 Jahre oder ältere Weine der Sorte Ambrés oder Tuilés).
Er schmeckt sehr üppig nach Rosinen, Nüssen und Pflaumen und hat einen langen und trotz Restsüße recht trockenen Abgang.

 

Rosé
Heller, rosafarbiger Wein, der ausschließlich aus Rotweintrauben gekeltert wird. Die Trauben werden rasch gepresst, damit nicht zu viele Farbstoffe von den Beerenschalen in den Most übergehen.

 

Rubin Carnuntum
Markengemeinschaft aus dem Weinbaugebiet Carnuntum (Niederösterreich), die sich speziell der Sorte Zweigelt aber auch dem Blaufränkisch widmet. Auch der speziell geprüfte Wein der Mitglieder trägt diesen Namen.

 

Ruster Ausbruch
Der Ruster Ausbruch ist ein edelsüßer Weißwein aus rosinenartig eingeschrumpften, edelfaulen Beeren der österreichischen Prädikats-Weinstufe Ausbruch. Er wird vorwiegend aus den Rebsorten Furmint und Gelber Muskateller gekeltert; es werden jedoch auch die Rebsorten Chardonnay, Welschriesling und Weißburgunder herangezogen. Der Wein ist goldgelb bis bernsteinfarben und entfaltet sich erst nach einigen Jahren der Reife. Laut österreichischem Weingesetz muss der Ausbruch eine Zuckerkonzentration von mindestens 27° KMW bei der Ernte haben. Der Ruster Ausbruch wird am Westufer des Neusiedler Sees im Weinbau-Gebiet Neusiedlersee-Hügelland produziert, vor allem im Weinort Rust.

 

Rütteln
Vorgang im Rahmen der Méthode Champenoise (Flaschengärung). Die Flaschen werden schrittweise gerüttelt, gedreht und in den Rüttelpulten immer etwas steiler gestellt, so dass sich die Hefe langsam im Flaschenhals absetzt. Dies wird so lange wiederholt bis die Flasche in senkrechter Stellung ist. Anschließend werden die Flaschen degorgiert à siehe Degorgieren.