A

 

Abbau
Fasst die chemischen Vorgänge zusammen, die nach dem Erreichen der Höchstentwicklung der Weine eintreffen.

 

Abbeeren
Trennen der Beeren von den Stielen vor dem Pressen um eine Extraktion von Bitterstoffen (Gerbstoffe) zu vermeiden. Wird auch entrappen oder rebeln genannt.

 

Abgang
Der im Mund nach dem Schlucken zurückbleibende letzte Geschmackseindruck eines Weines, auch Nachgeschmack bzw. Persistance.

 

Ab-Hof-Verkauf
Weinverkauf direkt vom Erzeuger an den Endverbraucher. In Österreich werden ca. 30% des gesamten Weines ab Hof abgesetzt.

 

Abstich, Abzug
Ziel des Abstiches ist es, einen klaren Wein zu erhalten. Wenn sich der Trub nach einiger Zeit (6 bis 24 Stunden) am Fassboden abgesetzt hat, wird der über dem abgesetzten Trub stehende Wein in ein anderes Fass (Gärbehälter) umgefüllt (abgezogen), um ihn so vom Trub zu trennen. Absetzenlassen braucht Zeit, deshalb wird in Großbetrieben oft ein Separator eingesetzt.

 

Abstoppen
Abbrechen der Gärung, um einen höheren Restzuckergehalt zu erhalten. Wird durch Filtration, Schwefel oder Kälte erreicht.

 

Achterl
Bezeichnung für 0,125 Liter Wein im Glas. Im Stehen zu sich genommen heißt es "Steh-Achte(r)l", wenn man gehen will und noch schnell eines zu sich nehmen will nennt man es "Flucht-Achte(r)l".

 

Adstringierend
Austrocknender, herber Geschmackseindruck auf der Zunge. Vor allem bei jungen Rotweinen. Er stammt von den jungen Tanninen und lässt mit fortschreitendem Alter des Weines nach.

 

Agraffe
Kleiner Drahtkorb, mit dem der Korken einer Sektflasche gesichert ist; auch Muselet genannt.

 

Alte Welt
Sammelbezeichnung für die Weinbauländer Europas inkl. Mittelmeerbecken, Naher Osten und Nordafrika. Wird als Abgrenzung zu den Überseeländern (ehemalige Kolonien) verwendet, die als Neue Welt bezeichnet werden.

 

Amarone
Trockener, roter Wein aus getrockneten Trauben aus dem Weinbaugebiet Valpolicella-Venetien (Italien). Die Farbintensiven Amarone-Weine weisen einen hohen Alkoholgehalt von mind. 14%vol auf und sind sehr lagerfähig.

 

Amontillado
Spanische Bezeichnung für die körperreichste und geschmacksintensivste Sherryvariante.

 

Ampelographie
Wissenschaft von den Rebsorten (Rebsortenkunde).

 

Amtliche Prüfnummer
Österreichischer Qualitätswein, herkunftstypische Weine (DAC) und österreichischer Prädikatswein sind staatlich doppelt geprüft, d.h. sie werden weinchemisch und sensorisch durch eine Verkosterkommission geprüft.

 

Äpfelsäure
Zusammen mit der Weinsäure die wichtigste Säure im Wein, die vor allem in unreifen Trauben vorhanden ist und mit zunehmender Reife abgebaut wird.

 

Appellation d'Origine Contrôlée (A.C., A.O.C.) 
Amtliche französische Bezeichnung für kontrollierte Herkunft. Schutzsiegel für bestimmte landwirtschaftliche Erzeugnisse aus Frankreich wie etwa Wein, Champagner, Calvados, Butter, Käse und Olivenöl. Das Institut INAO (Institut national des appellations d’origine) erteilt die AOC-Rechte.

 

Aroma, Aromastoffe
Verschiedene im Wein enthaltene Geschmacksstoffe (insgesamt ca. 600). Vorwiegend sind die Aromastoffe in den Beerenschalen lokalisiert, die dann während der Verarbeitungsprozesse in den Wein übergehen. Die Zusammensetzung der Aromastoffe ist je nach Traubensorte unterschiedlich. Der kellerwirtschaftliche Ausbau beeinflusst die Aromen ebenso, wie die anschließende Reife. Man unterscheidet in:
Primäraromen: von der Traube geprägte Aromen,
Sekundäraromen: von der Weinbereitung geprägte Aromen
Tertiäraromen: von der Reife und Lagerung geprägte Aromen.

 

Assemblage (frz.)
Zusammenstellung. Verschneiden, also Mischen, von Weinen um eine von Jahr zu Jahr gleichbleibende Qualität zu erzeugen, bzw. ein Optimum an Geschmack zu erzielen. Übliches und erlaubtes Verfahren bei Champagner, Sherry und Bordeauxweine.

 

Aufdringlich
Zu intensive Ausprägung in Geruch und/oder Geschmack.

 

Aufzuckern, Aufbessern
Durch die Zugabe von Rübenzucker (Saccharose) zum Most, wird der Alkoholgehalt des zukünftigen Weines erhöht. Dieser Vorgang wird auch als Anreichern, Aufzuckern bzw. Chaptalisieren bezeichnet. Für österreichischen Qualitätswein ist als erlaubte Obergrenze 3,4 kg Saccharose für 100 l Most bzw. eine Alkoholerhöhung um maximal 2% vol festgelegt.

 

Aufspriten
Zusatz von Alkohol (z.B. Weinbrand) zu Wein, um Likörwein, wie Portwein oder Banyuls, zu erzeugen.

 

Ausbau
Schließt alle Vorgänge mit ein, die aus den Trauben einen trinkreifen Wein machen. (Z.B. Gärung, Schönen, Schwefeln, Lagern in Fässern oder Stahltanks, ect.).

 

Ausbruch
Österreichischer Prädikatswein aus edelfaulen und eingeschrumpften Beeren;
Spezialität aus Rust; lt. österreichischem Weingesetz beträgt das Mindestmostgewicht dafür 27° KMW.

 

Ausdünnen
Zwecks Qualitätssteigerung und Ertragsminimierung wird ein Teil der noch unreifen Trauben abgeschnitten. Dieser Vorgang wird auch als grüne Lese bezeichnet.

 

Ausg'steckt
In Österreich das optische Zeichen (meist Föhrenzweige), dass ein Heuriger (Buschenschank) geöffnet hat.

 

Ausgewogen
Beschreibt einen Wein, bei dem keine seiner Komponenten hervorsticht und somit das Gesamtbild harmonisch wirkt.

 

Auslese
Österreichischer Prädikatswein aus vollreifen Trauben; lt. österreichischem Weingesetz beträgt das Mindestmostgewicht dafür 21° KMW.

 

Austrieb
Öffnen der Knospen und Bildung erster Blätter im Frühjahr (meist im April).

 

Autochthon
Bezeichnung für einheimische Rebsorten, die im Gegensatz zu internationalen Sorten nur regional verbreitet sind.

 

Avinieren
Ein Weinglas wird vor dem Benutzen mit etwas Wein ausgespült, um etwaige Fremdgerüche (Spülmittelrückstände, Schrank- oder Kartongeruch etc.) zu eliminieren.

 

B

 

Banderole
Optisches Kennzeichen für österreichischen Qualitätswein; die rot-weiß-rote Banderole ist in die Flaschenkapsel bzw. in den Schraubverschluss integriert und ersetzt die ehemalige Papierbanderole.

 

Banyuls
Bekannteste Likörwein-Appellation (vin doux naturel) Frankreichs, südöstlich von Perpignan in der Küstenregion direkt an der spanischen Grenze. Auf den steilen Terrassen mit dunklen Tonschieferböden werden vor allem Grenache, aber auch Carignan und Syrah angebaut.

 

Barbaresco
Einer der bekanntesten ital. Rotweine (DOCG) aus der Gegend um das gleichnamige Dorf im Piemont (Italien). Barbaresco wird aus der Nebbiolo Traube bereitet und ergibt schwere und kräftige Rotweine.

 

Bardolino
Ital. Rotwein (DOC) aus dem gleichnamigen Gebiet, das sich direkt ans östliche Ufer des Gardasees anschließt. Bardolino wird aus den Rebsorten Corvina, Rondinella, Molinara, Negrara zusammen mit etwas Barbera, Sangiovese und Garganega bereitet. Die Weine sind meist rubinrot, von fruchtiger Ausprägung und mit zartbitterem Mandelton im Abgang.

Barolo
Es ist einer der edelsten italienischen Rotweine (DOCG) und besteht zu 100% aus Nebbiolo. Der Wein ist benannt nach der Stadt Barolo im südlichen Piemont und ist in der Regel trocken, tief, duftig, füllig, alkoholreich und sehr lagerfähig.

Barrique
Kleines Eichenholzfass von ursprünglich 225 Liter Fassungsvermögen, welches in der ganzen Welt beim Weinausbau Anwendung findet. Lagerung im Barrique verleiht einen feinen Holzton, erhöht den Tanningehalt und steigert somit in der Regel das Reife- und Lagerpotential. Barriqueweine zeichnen sich durch röstige Noten sowie Aromen nach Vanille, Schokolade, Kakao, Kokosnuss, Leder aus.

 

Beaujolais
Südlichster Bereich des Burgunds (Frankreich). Die Rotweine basieren auf der Gamay-Traube, Neben hochwertigeren Weinen (Beaujolais Villages und Crus) ist die Gegend besonders für den jungen Beaujolais Nouveau (auch Beaujolais Primeur genannt) bekannt. Dieser ist recht fruchtig, unkompliziert und wird immer am dritten Donnerstag im November um 0.00 Uhr auf den Markt gebracht.

 

Beerenauslese
Österreichischer Prädikatswein aus überreifen Trauben; lt. österreichischem Weingesetz beträgt das Mindestmostgewicht dafür 25° KMW.
Beerenreife
Entscheidend für den Beginn der Lese ist die Reife der Trauben. Bestimmend hierfür sind gleichermaßen der Geschmack der Trauben wie der Zuckergehalt (Mostgewicht), der später den Alkoholgehalt bestimmt.

 

Begrünung
Maßnahme zur Erosionsbekämpfung. Zwischen den Rebzeilen werden Gräser oder Pflanzen mit kurzen Wurzeln gesät, die den Rebstöcken nicht zuviel Feuchtigkeit wegnehmen. Im biologischen Anbau natürliche Methode zur Anreicherung des Bodens mit Stickstoff.

 

Bentonit
Tonerde zur Eiweißabsorbierung im Wein (Schönung des Weines). Die gebundenen Bentonit-Eiweiß-Partikel sinken zu Boden und werden durch einen Abstich entfernt.

 

Bergwein
In Österreich Wein aus Weinbergen mit einer Hangneigung von mindestens 26 Prozent.

 

Biowein
Gebräuchliche Bezeichnung für Weine, die entsprechend den Vorschriften der zuständigen Bioverbände im Weinberg und im Keller ökologisch und umweltschonend behandelt wurden.

 

Blanc de Blancs (frz.)
Französische Bezeichnung für „Weißer aus weißen (Trauben)“; in der Regel für Sektgrundweine bzw. Champagner, die nur aus weißen Trauben hergestellt wurden.

 

Blanc de Noirs (frz.)
"Weißer von Schwarzen". Bezeichnung für einen Weißwein, insb. Champagner, der ausschließlich aus roten (frz. schwarzen) Trauben bereitet wurde. Die Kelterung erfolgt sofort nach der Lese, ohne längere Standzeit, damit die Farbstoffe nicht von den Beerenschalen in den Saft übergehen.

 

Blass
Heller, wenig farbintensiver Wein.

 

Blauschönung
Ein Reinigungsverfahren, um unerwünschte Schwermetalle, wie Kupfer oder Eisen aus dem Wein auszuschönen.

 

Blindverkostung
Weine werden verdeckt verkostet; d.h. der Verkoster weiß nicht, woher und von wem der Wein ist. Die ehrlichste Art der Verkostung, um einen Wein zu beurteilen.

 

Blumig
Intensiv-duftiges Aroma von Blüten.

 

Bocksbeutel
Typische flachbauchige Flasche aus Franken (Deutschland) wo über 40% der fränkischen Weine in Bocksbeutel gefüllt werden. Einer Legende nach soll ein Mönch diese Flaschenform erfunden haben, um die Flasche besser in seiner Feldtasche transportieren zu können.

 

Böckser
Ist ein Weinfehler der den Geruch negativ beeinträchtigt. Man unterscheidet zwischen Schwefelwasserstoff-Böcksern (faule Eier), Mercaptan-Böcksern (Zwiebel, Knoblauch), Hefeböcksern und Aromaböcksern. Böckser können sich infolge unsachgemäßer Herstellung oder falscher Lagerung entwickeln und sind bei jungen Weinen häufiger anzutreffen.

 

Bodega
Spanischer Begriff für Weinkeller, Weinkellerei und Weinschenke.

 

Bordeauxflasche
Ursprünglich im Bordeauxgebiet (Frankreich) gebräuchliche Flaschenform, die auch in Österreich nicht nur für Rotwein weit verbreitet ist.

 

Botrytis Cinerea --> siehe Edelfäule

 

Bukett  
Alle charakteristischen natürlichen Aromastoffe eines Weines, die seinen Duft bestimmen. Wird von den Rebsorten, dem Terroir und dem Ausbau geprägt.

 

Brandig
Negativer Geschmackseindruck, wenn der Alkohol zu stark in Erscheinung tritt, der Wein leicht schnapsig riecht oder schmeckt und im Abgang zu stark nachwärmt.

 

Breit
Ausdruck für plumpe Weine, die alkoholisch sind, wenig Säure und Frische aufweisen bzw. ohne geschmackliche Finesse sind.

 

Brix
Ist eine Maßeinheit für das Mostgewicht, das hauptsächlich in den USA verwendet wird.

 

Brunello di Montalcino
Berühmter Rotwein aus der südlichen Toskana (Montalcino). Die Brunello-Traube ist ein hochwertiger Sangioveseklon, auch Sangioveto Grosso genannt, und ergibt kräftige, kernige, tanninbetonte - eher maskuline - Weine, die erst nach einigen Jahren der Reife zur vollen Entfaltung kommen.

 

Brut (frz.)
Geschmacksbezeichnung für herben bzw. trockenen Schaumwein.
Für Champagner gilt:
Brut: 0 bis 15 g / l Restzucker,
Extra Brut: 0 bis 6 g / l Restzucker.

Burgunderflasche
Ursprüngliche Flaschenform der Weinbauregion Burgund (Frankreich), die heute in Österreich häufig für Weine aus der Burgunderfamilie verwendet wird.

 

Butte
Gefäß, mit dem bei der Weinlese das Traubengut zum Maischewagen transportiert wird. Die Butte, heute meist aus Kunststoff, war früher aus Holz und wird auf dem Rücken getragen.

 

Buttrig
Begriff in der Weinsensorik für Geruch und Geschmack nach Butter oder Buttercreme, meist durch biologischen Säureabbau verursacht.

 

C

 

Cantina (it.)
Kellerei (Weinkeller). Begriff für Keller (Ort der Weinbereitung).

 

Casa (port.)
Haus, im übertragenen Sinn Hinweis auf ein Weingut.

 

Casa do Douro
Verband der Winzer der Douro-Region, Vertretung der Interessen der Winzer und zur Kontrolle der Qualität.

 

Casa Vinicola (it.)
Weinhaus, Weinproduzent oder -abfüller ohne eigenen Weinberg.

 

Cassis
Schwarze Johannisbeere. Beschreibt zusammen mit grüner Paprika das typische Aroma von Cabernet Sauvignon.

 

Cava
Spanischer Qualitätsschaumwein (D.O.). Wird hauptsächlich in Katalonien produziert, aber auch in anderen D.O.-Gebieten Spaniens. Wird nach der Méthode Champenoise hergestellt, und muss min. 9 Monate auf der Hefe gelegen haben. Es werden jedoch andere Rebsorten als in der Champagne verwendet.

 

Cave (frz.)
Unterirdischer Keller und Lagerraum für Wein, oft auch Verkaufs- und Dégustationsraum.

 

Chambrieren (frz.)
Rotwein auf Trinktemperatur (Chambre = Zimmer) von ca. 16-18 °C bringen.

 

Champagner
Französischer Schaumwein aus gesetzlich festgelegten Weinbergen rund um Reims in der Champagne. Nur Wein, der nach dem traditionellen Flaschengärverfahren auf dem Gebiet der Appellation Contrôlée produziert wurde, darf als Champagner bezeichnet werden. Es sind nur drei Rebsorten zugelassen: der weiße Chardonnay, die roten Sorten Pinot Noir (Spätburgunder) und Pinot Meunier (Schwarzriesling). Vor der Flaschengärung werden die Grundweine (aus einem oder mehreren Jahrgänge) verschnitten um einen gleichbleibenden Geschmack, der für jede Marke unterschiedlich und typisch ist, zu sichern.

Champagner-Methode
Bezeichnung für die traditionelle Flaschengärung beim Champagner.  

Charmat-Methode
Produktionsverfahren zur Schaumweinerzeugung. Die zweite Gärung findet nicht in Flaschen, sondern in Drucktanks statt.

Château (frz.)
Schloss. Geschützte Bezeichnung für Güter mit eigenen Weinbergen.

 

Chianti
Berühmter, toskanischer Rotwein aus dem gleichnamigen Chiantigebiet (Italien). Hauptrebsorte ist Sangiovese mit Verschnittweinen.

 

Chlorose
Rebstoffkrankheit, die zur Gelbfärbung der Weinblätter führt. Grund sind Eisenmangel auf kalkreichen Böden oder Bodenverdichtung bei Nässe.

 

Chwantschkara
Süßer Rotwein aus den Rebsorten Alexandreuli und Mudschuretuli. Einer der beliebtesten georgischen Süßweine.

 

Classico (it.)
Klassisch. Bezeichnet den ursprünglichen Kernbereich einer DOC-Region, ohne jedoch etwas über die Qualität auszusagen.

 

Clos (frz.)
Eingezäunt. Bezeichnung für Wein aus einem Weinberg, der von einer Mauer eingefasst ist oder war. Besonders im Burgund üblich.

 

Crémant
Qualitätsschaumweine, die auch außerhalb der Champagne erzeugt werden dürfen. Das Verfahren ist jedoch dasselbe - traditionelle Flaschengärung ist Vorschrift.

 

Crianza (span.)
Erziehen. Gesetzlich geschützte Bezeichnung für Weine im dritten Jahr der Reife; davon mindestens 1 Jahr im Fass gelagert.

 

Cru (frz.)
Lage. Die Bezeichnung hebt besondere Lagen hervor und dient so gebietsspezifisch der Einstufung der Weine (Grand Cru, Premier Cru, Premier Grand Cru).

 

Cuvée
Verschnitt von verschiedenen Weinen, Lagen oder Jahrgängen. Cuveé nennt man den Verschnitt, das Vermischen von verschiedenen Grundweinen aus verschiedenen Fässern, Rebsorten, Lagen oder Jahrgängen, bzw. das gemeinsame Keltern oder Vergären von verschiedenen Rebsorten in einem Gärbehälter. Z.B. Sherry und Bordeaux-Weine sind klassische Verschnittweine.

 

D

 

DAC
Districtus Austriae Controllatus. Herkunftstypische Qualitätsweine (DAC): Auf Basis des bisherigen österreichischen Qualitätswein Systems sind DAC-Weine solche Weine, die vor allem geschmacklich unverkennbar typisch für ein heimisches Weinbaugebiet sind. Der große Vorteil des österreichischen Systems ist, dass alle Weine, die nicht den DAC-Bestimmungen des Gebietes entsprechen weiterhin Qualitätsweine bleiben, jedoch am Etikett die Herkunft der übergeordneten Weinbaugebietes tragen (Niederösterreich, Burgenland, Steiermark und Wien). Damit bleibt die Vielfalt der österreichischen Weinlandschaft auch auf Qualitätsweinebene gesichert. Bis dato wurden 9 DAC-Gebiete per Verordnung des Landwirtschaftsministers definiert:
Weinviertel DAC
Kamptal DAC
Kremstal DAC
Traisental DAC
Wiener Gemischter Satz DAC
Leithaberg DAC
Neusiedlersee DAC
Mittelburgenland DAC
Eisenberg DAC

 

Dauben
Gebogene Längsbretter aus Holz eines Fasses.

 

Deckwein
Farbintensive Weine, die im Verschnitt mit blassen Weinen eingesetzt werden, um die Farbe zu verbessern.

 

Degorgieren
Bezeichnung für das Klären des Schaumweins, der nach der Méthode Champenoise erzeugt worden ist. Durch das Rütteln befindet sich die Hefeablagerung im Flaschenhals, dort wird sie eingefroren und beim Öffnen der Flasche durch den inneren Druck herausgeschleudert. Der klare Wein wird dann mit Dosage wieder aufgefüllt.

 

Degustation
Weinbeurteilung und Weinanalyse auf Basis der sinnlichen Wahrnehmungen von Farbe, Geruch und Geschmack.

 

Dekantieren
Umgießen. Beim Dekantieren wird der Wein vorsichtig in eine Dekantierkaraffe (auch Dekanter), die von der Form sehr bauchig ist, umgegossen um ihm vom Depot zu trennen. Hat der Wein kein Depot und braucht nur  Sauerstoff um sich zu entfalten, damit der Körper und das Bukett des Weines besser zur Geltung kommt, nennt man dies Belüften.

 

Demi-sec (frz.)
Halbtrocken

 

Denominação de Origem Controlada (DOC)
Oberstes Prädikat für portugiesische Qualitätsweine mit bestimmtem und kontrolliertem Ursprung.

 

Denominación de Origen (DO)
Amtliche spanische Bezeichnung für Wein mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung

 

Denominazione di Origine Controllata (DOC)
Amtliche italienische Bezeichnung für Wein mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung. Unter anderen unterliegen Anbaugebiete, Rebsorten, Höchstertrag, Säure- und Alkoholgehalt, Lagerzeiten gesetzlichen Anforderungen.

 

Denominazione di Origine Controllata e Garantita (DOCG)
Höchstes Prädikat der italienischen Weine (Staatlich Kontrollierte und garantierte Ursprungsbezeichnung). Die Anforderungen sind strenger als bei den DOC-Weinen.

 

Depot
Der Begriff kommt aus dem Französischen und bedeutet absetzen. Gemeint ist der Bodensatz, der sich speziell bei Rotweinen im Laufe der Alterung in der Flasche gebildet hat; er besteht aus abgestorbenen Hefen und Farbstoffen. Wird durch vorsichtiges Dekantieren vom Wein getrennt.

 

Dessertwein
Gängige Bezeichnung für Süßweine, Likörweine.

 

Dicht
Ein Wein, der intensiv und kräftig ist, wird als dicht bezeichnet; bei Rotwein auch auf dunkle Farbe bezogen.

 

Direktträger
Unter diese Bezeichnung fallen Rebsorten, die nicht veredelt wurden; auch Kreuzungen aus amerikanischen Reben und europäischen Rebmaterial sowie Hybriden fallen unter diesen Begriff.

 

Dolce (it.)
Süß.

 

Domaine (frz.)
Weingut. Bezeichnung für ländliche Güter.

 

Doppler
Traditionelle österreichische Flaschenform mit 2 l Inhalt.

 

Dosage
Begriff aus der Schaumweinherstellung. Man unterscheidet zwischen Fülldosage und Versanddosage. Die Fülldosage ist eine Lösung aus Wein, Zucker und Hefe und wird dem Grundwein zur Einleitung der zweiten Gärung zugesetzt. Die Versanddosage dient zur Geschmacksabstimmung und legt den endgültigen Geschmackstypus fest.

 

Douro
Portugiesisches Anbaugebiet entlang des Flusses Douro, das den berühmten Portwein liefert. Ferner werden interessante Rot- und Weißweine produziert.

 

Doux (frz.)
Süß.

 

Drahtrahmenerziehung
Art der Gestaltung von Rebstöcken im Weingarten. Die wichtigsten Erziehungsformen in Österreich ist die Drahtrahmenerziehung; eine Spezialform davon ist die Hochkultur nach Lenz Moser.

 

Duftig
Ein Wein mit eleganter, feiner Blume bzw. floralen Noten wird als duftig bezeichnet.

 

Durchgegoren
Bezeichnet einen Wein, dessen (fast) gesamter verfügbarer Zucker von Hefe zu Alkohol vergoren wurde. Diese Weine werden als trocken bezeichnet, da geschmacklich kein Restzucker wahrnehmbar ist.

 

Durchrieseln
Durchrieseln wird das Abfallen der Rebblüten genannt, nachdem sie nicht befruchtet wurden. Dies passiert meist als Folge von Regen und Kälte in der Blütezeit der Reben.

 

E

 

Echter Mehltau --> siehe Oidium
Edelfäule: Durch den Schimmelpilz "Botrytis cinerea" wird den Beeren Wasser entzogen und in der Beere steigt der Zuckergehalt und die Extraktkonzentration. Bei unreifem Traubenmaterial Weinfehler (Grau- und Grünfäule), bei physiologisch reifem Traubenmaterial Edelfäule. Von Edelfäule befallene Beeren duften charakteristisch, bekannt als Botrytiston. Bei Ausbruch, Beeren- und Trockenbeerenauslesen ist Edelfäule höchst erwünscht.

 

Edelreis, Edelreiser
Oberirdischer Teil der Rebe, der beim Veredeln auf eine reblausresistente (amerikanische) Unterlage aufgepfropft wird; das Edelreis bestimmt die Rebsorte und ist der spätere Fruchtträger.

 

Edelstahltank
Hygienisches und geschmacksneutrales Gefäß zum Ausbau von Wein.

 

Edelsüß
Begriff für Weine mit natürlicher Süße und guter Konzentration aus ausgereiften Trauben wie: Auslesen, Beerenauslesen, Trockenbeerenauslesen und Eisweine.

 

Eichenholz
Dieses Holz der Baumeiche wird gerne für den Fassbau verwendet. Vor allem beim Barrique findet Eichenholz seinen Einsatz. Bekannte Eichenholzarten sind: Allier, Nevers, Tronçais, Limousin, Vogesen, aber auch heimisches Eichenholz, ungarische Eichen, amerikanische und russische Eichen.

 

Eiswein
Edelsüße Spezialität aus Österreich und Deutschland der höchsten Qualitätsstufe. Eiswein wird aus Trauben erzeugt, die bei der Lese (ca. minus 6 bis minus 10°C) und beim Pressen auf natürliche Weise gefroren sein müssen. Das Mindestmostgewicht beträgt 25° KMW. Die Trauben werden im gefrorenen Zustand gelesen und umgehend gepresst. Dabei bleibt u. a. das gefrorene Wasser in der Presse zurück, der Most ist ein wahres Konzentrat. Eisweine weisen eine hohe Konzentration von Säure, Zucker und Aromastoffen auf, haben ein unglaubliches Reifepotential und gehören zu den edelsten Elixieren der Welt.

 

Eiweißschönung
Um das wärmeempfindliche Eiweiß im Wein zu entfernen und eventuelle Eiweißtrübungen zu verhindern, wird hauptsächlich Bentonit zur Eiweißschönung eingesetzt.

Enoteca (it.)
Weingeschäft. Verkauf von Wein, meist an Endverbraucher.

 

Entrappen
Als Entrappen bezeichnet man das Trennen (Abbeeren) der Weintraube vom Stiel vor dem Pressen.

 

Entsäuern
Senkung des Säuregehalts im Most bzw. im Wein mittels Kalkentsäuerung, Doppelsalzentsäuerung, Weinsteinausscheidung oder biologischer Säureabbau.

 

Entschleimen
Verfahren zur Klärung des Weines und bezeichnet das Abziehen des Jungweins aus einem Tank bzw. Fass. Dabei wird er von Trubstoffen befreit, damit Fehlgärungen und Fehltönen im Wein vorgebeugt werden werden kann.

 

Ertrag
Erntemenge, die als Trauben (Gewicht) oder Most bzw. Wein (Volumen) angegeben wird, z.B. hl/ha. Unterliegt zum Teil gesetzlichen Begrenzungen (Höchstertrag).

 

Erzeugerabfüllung
Geschützte Bezeichnung für Wein, der aus gutseigenen Weinbergen stammt, auf dem Gut gekeltert und abgefüllt wurde.

 

Erziehung
Der Rebstock entwickelt jedes Jahr junge Triebe, ein Teil wird vom Winzer entfernt, andere werden angebunden, um Früchte zu tragen.

 

Erziehungsformen
Systeme der Rebpflege im Weingarten. Die häufigste Erziehungsform in Österreich ist die Drahtrahmenerziehung, eine Spezialform davon ist die Hochkultur.

 

Essigstich
Unangehmer, stechender Geruch. Ursache ist erhöhte Bildung von Essigsäure, der den Wein schon in geringen Konzentrationen ungenießbar macht.

 

Estate Bottled (amerik.)
Erzeugerabfüllung. Die Bezeichnung garantiert, dass der Wein aus gutseigenen Trauben hergestellt wurde.

 

Extra Brut
Bezeichnung für trockenen Schaumwein mit bis zu 6 g / l Restzuckergehalt.

 

Extra Dry
Bezeichnung für Schaumwein mit mindestens 12 bis maximal 20 g / l Restzucker, auch Extra Trocken.

Extrakt
Nichtflüchtige Inhaltsstoffe des Weines (z.B. Zucker, Farbstoffe, Tannine, Säuren, Mineralstoffe, Eiweiß, Glyzerin, etc.). Entscheidend für Körperreichtum und Qualität. Die Angabe erfolgt stets in g/l.

 

Extraktion
Herauslösen von Farbstoffen, Tanninen und Aromastoffen.

 

F

 

Falscher Mehltau --> siehe Peronospora
Aus Amerika stammende Pilzkrankheit der Rebe. Der Pilz Plasmopara viticola befällt die Unterseite der Blätter, erstes Anzeichen ist der Ölfleck. Starker Peronosporabefall des Rebstockes führt zu hohen Ertragsverlusten, beeinträchtigt die Qualität der Trauben und die Holzreife der Triebe.

 

Farbe
Kriterium zur Beurteilung eines Weines. Die Farbe wird am Besten vor einem weißen Hintergrund bestimmt. Allein die Farbe verrät schon viel über Alter, Rebsorte und Qualität des Weines.

 

Fattoria
In Mittelitalien Weingut, landwirtschaftlicher Betrieb.

 

Federspiel
Federspiel ist eine Wachauer (Weinbaugebiet in Niederösterreich) Qualitätskategorie für nicht aufgebesserte Weine zwischen 11,5 und 12,5% Vol. Alkohol.    

 

Feinhefe
Nach dem ersten Abstich von der Grobhefe, bauen wertvolle Weine oft längere Zeit auf der Feinhefe aus. Durch Aufrühren der Feinhefe (Bâtonnage) wird der Wein cremiger und voller.

 

Fiasko
Klassische Chiantiflasche die bauchig ist und mit Bast umwickelt wird.

 

Filtrieren
Ist ein Vorgang bei Mosten und Weinen, um unerwünschte Trubstoffe zu entfernen. Folgende Arten von Filter/Filtration sind gebräuchlich: Schichtenfilter, Kieselgurfilter, Membranenfilter/Kerzenfilter, Vakuum-Drehfilter, Tuchfilter, Zentrifugalfilter/Separator, Cross-Flow-Filter/Mikrofiltration.

 

Finale
Abgang bzw. Nachhall im Mund. Der letzte Geschmackseindruck eines Weines.

 

Fino
Spanische Bezeichnung für eine Sherryarten (s.a. Amontillado, Manzanilla, und Oloroso). Fino-Sherry ist in der Regel leicht, sehr hell und trocken.

 

Firn
Alterston, der charakteristisch für überlagerte Weine ist. Flach Eher fader Wein, ohne erkennbare Säure, Frucht oder Ausdruck.

 

Flachbogen
Erziehungssystem, bei dem die Fruchtrute an einem Draht, meist niedrig, horizontal gezogen wird.

 

Flaschengärung
Methode der Herstellung von Schaumwein, der nach der klassischen Champagnermethode (méthode champenoise) erzeugt wird.

 

Flaschengrößen
Laut EU-Norm sind folgende Flaschengrößen genormt und tragen einen spezifischen Namen:
Normalflasche (Bouteille) 0,75 Liter, Halbflasche (Stifterl) 0,375 Liter, Knirps 0,2 Liter, Literflasche 1 Liter, Doppelliterflasche (Doppler) 2 Liter, Magnumflasche 1,5 Liter, Doppelmagnum (Jeroboam) 3 Liter, Rehoboam 4 oder 5 Liter, Methusalem (Impériale) 6 Liter, Salmanasar 9 Liter, Balthasar 12 Liter, und Nebukadnezar 15 Liter.

 

Flaschenreife
Ist der Zeitraum, in der sich ein Wein in der Flasche entwickelt.

 

Florhefe
Florhefe ist in der Weinbereitung diejenige Hefe, die sich mit einer Art Schaum (dem Flor) während der Fasslagerung oberflächlich auf den Wein setzt. Klassisch bei der Sherryherstellung.

 

Fortifieds (engl.)
Ist die englische Bezeichnung für gespritete Weine, wie Port, Sherry, Madeira etc.

 

Frizzante
Frizzante ist ein leicht schäumender Perlwein aus Italien.

 

Fruchtig
Bedeutet eine Geruchs- und Geschmackskomponente, die sich auf die Trauben- oder Obstsorte bezieht. Man unterscheidet Steinobst, Kernobst, Beerenobst, Zitrusfrüchte, tropische Früchte, Dörrobst und gekochte Früchte.

 

Fruchtzucker
Im Most bzw. Wein sind Fruchtzucker (Fruktose) und Traubenzucker (Glukose), die die Süße verursachen, enthalten. Wird bei der Gärung in Kohlensäure und Alkohol umgewandelt.

 

Füllig
Geschmacksbild für körperreichen, vollmundigen, manchmal auch üppigen Wein.

 

Füllniveau
Ist die Höhe des Flüssigkeitsstandes in der Weinflasche.

 

Fusto (it.)
Fass.