Weinland Portugal
 

Im Weinland Portugal wird auf einer Rebfläche von etwa 240.000 Hektar Reben kultiviert. Eine Vielzahl an alter, hier beheimatet Rebsorten, die unterschiedlichsten Böden und die verschiedensten Klimazonen, alle für den Weinbau geeignet, lassen eine ungeheure Vielfalt an Weinen zu.
Im Landesinneren werden schwere, taninnreiche und fruchtige Rotweine hergestellt. Ganz im Gegensatz dazu kommen aus dem kühlen atlantischen Klima des Nordens eher leichte und spritzige, säurereiche Weine, wie der Vinho Verde. Weltberühmt sind auch die Dessertweine Portugals, die von Portwein über Madeira bis hin zum Muskatwein reichen.
Zudem ist Portugal mit über 50% Anteil der weltweit größte Produzent von Korken, der rund zur Hälfte aus der Provinz Alentejo stammt.

Das Weinland Portugal ist in 14 Weinregionen gegliedert:

Vinho Verde

Tras-os-Montes

Porto und Douro

Tavora-Varosa

Bairrada

Dao

Beira Interior

Lisboa

Tejo

Peninsula de Setubal

Alentejo

Algarve

Azoren

Madeira

Geschichte
Phönizier, Griechen und Römer brachten die Weinreben und den Weinbau nach Portugal, der während der maurischen Herrschaft auf bescheidenem Niveau fortgeführt wurde. Im 12. Jahrhundert gründete der Zisterzienser-Orden in Portugal mehr als 100 Klöster und beeinflusste den Weinbau nachhaltig. König Dinis (1279 - 1325), genannt „Rei lavrador“ - der König der Bauern, förderte die Landwirtschaft und den Weinbau in so großem Umfang, dass mit den Erträgen eine Handelsflotte aufgebaut werden konnte und damit die Basis für den Aufstieg zur Weltmacht geschaffen wurde.
Mit Ende des 14. Jahrhunderts entstand ein florierender Weinhandel mit Großbritannien. Nach der Erhebung von hohen Zöllen auf französische Weine durch den König von England, Willhelm III. von Oranien-Nassau, waren die englischen Weinhändler gegen Ende des 17. Jahrhunderts gezwungen eine Alternative zu finden. Portugiesischer Rotwein, Portwein und der Madeira wurden zu Exportschlager.
Portugal erließ 1756 durch den damaligen Premierminister Marques de Pombal (1699-1782) ein Gesetz zur Begrenzung eines Anbaugebiets, nämlich das Portwein-Gebiet am Douro. Dieses zählt somit neben Chianti zu den allerersten herkunftskontrollierten Gebieten.
Im 19. Jahrhundert wurden durch Mehltau und Reblaus die meisten Rebflächen Portugals vernichtet. Erst ab 1930 begann der Wiederaufbau durch zahlreiche Winzergenossenschaften. Das Ende der Diktatur im Jahre 1974 und die Öffnung gegenüber der Europäischen Gemeinschaft sorgten für eine Renaissance der portugiesischen Weinbaukultur und einen Umstieg von der Massenproduktion billiger Weine auf die Herstellung von Qualitätsprodukten.

Weinkategorien
Im August 2009 wurde die EU-Weinmarktordnung mit grundlegenden Änderungen der Weinbezeichnungen und Qualitätsstufen gültig.
Es gibt folgende neue Bezeichnungen bzw. Qualitätsstufen:
Vinho – früher Vinho de Mesa (VdM)
Portugiesische Tafelweine sind einfach in der Struktur und unterliegen nicht den strengen Vorgaben für Qualitäts- und Regionalweine.
IGP - früher Vinho Regional (VR)
Das Weinland Portugal ist in 14 Weinregionen unterteilt. Weine aus diesen regionalen Gebieten werden als Vinho Regional klassifiziert. Die Europäische Union hat nun einen Titel für diese Weinkategorie eingeführt: IGP - Geschützte Geographische Indikation (port. Indicacao Geografica Protegida). Die meisten portugiesischen Regionen verwenden dennoch nach wie vor die alte Bezeichnung VR. Die Vorschriften für die Herstellung von Vinho Regional Weinen (Landweine) sind weniger streng als die Vorschriften zur Herstellung der DOC/DOP-Weine.
DOP - früher DOC
Zurzeit wird die klassische Bezeichnung DOC (port. Denominacao de Origem Controlada) und die neue, einheitlich europäische Bezeichnung DOP (port. Denominacao de Origem Protegida) in Portugal verwendet. Jede dieser Bezeichnungen hat ihre eigenen streng definierten geographischen Grenzen. Die DOC/DOP-Bestimmungen schreiben des Weiteren die maximal zulässige Traubenproduktion und die zulässige Traubenvielfalt vor. Außerdem müssen alle Weine offiziell verkostet, geprüft und zugelassen werden.
IPR (port. Indicacao de proveniencia regulamentada)
Diese Qualitätsstufe (zwischen VR und DOC) wurde mit dem EU-Beitritt Spaniens eingeführt und entspricht dem früheren französischen VDQS. Nach fünf Jahren kontinuierlicher Qualitätsentwicklung und entsprechender Erfolge am Markt kann den IPR-Regionen der DOC/DOP-Status verliehen werden.

Rebsorten
Portugal besitzt durch seine klimatische, geologische und topografische Vielfalt über 500 autochthone Rebsorten (port. Castas).
Die wichtigsten roten Rebsorten:

Alfrocheiro Preto

Alvarelhao

Baga

Bastardo

Borraçal

Camarate

Castelao

Espadeiro

Grand Noir de la Calmette

Jaen du Dao

Mourisco

Moreto

Negra Mole

Pedral

Periquita

Pinot Noir

Preto Martinho

Rufete

Sousao

Tempranillo (Aragonez oder Tinta Roriz)

Tinta Barroca

Tinta Carvalha

Tinta Francisca

Tinto Cao

Touriga Francesca

Touriga Nacional

Trincadeira Preta

Vinhao

Die wichtigsten weißen Rebsorten:

Alvarinho

Arinto

Assario Branco

Avesso

Azal Branco

Bical

Boal Branco

Cerceal

Codega

Diagalves

Donzelinho Branco

Esgana Cao

Fernao Pires

Gouveio

Jampal

Loureiro

Malvasia

Manteudo

Moscatel de Setubal

Rabo de Ovelha

Talia

Tamarez

Trajadura

Trincadeira das Pratas

Vital